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Lahr: Innenstadtgestaltung

Vielfache differenzierte Gestaltungsmaßnahmen im Rahmen eines Gesamtkonzeptes vitalisieren den Stadtkern von Lahr.

Ausgangslage und Probleme

Mit dem Abzug der kanadischen Streitkräfte bis 1994 ging eine 100-jährige Tradition als Garnisonsstadt zu Ende. Diese tief greifende Veränderung beeinflusste auch die Lahrer Innenstadt.

Verbunden mit dem Abzug waren wirtschaftlicher Einbruch und sozialer Wandel zu meistern. Mit dem starken Zuzug von Neubürgern veränderten sich Kaufverhalten und Kaufkraft. Vernachlässigte Bausubstanz, Leerstände, Brachen sowie fehlende Gestaltung wichtiger Straßen und Plätze waren die wesentlichen Probleme.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Der öffentliche Raum des historischen Stadtkerns mit kleinteiliger Struktur wurde und wird kontinuierlich durch vielfältige, in ein Gesamtkonzept integrierte Gestaltungsmaßnahmen aufgewertet und belebt. Ein wesentliches Element dabei ist eine abgestimmte Folge von differenzierten Platzgestaltungen:

  • Der Urteilsplatz: Ein Steg fängt das Gefälle des Platzes auf, dadurch konnte die Platzfläche eben ausgebildet werden. Stadtbildprägende Kulturdenkmale wurden saniert und vitalisiert, Brachen aktiviert und Leerstände wieder mit neuem Leben gefüllt. Die Platzgestaltung hat als Initialzündung für Maßnahmen der privaten Hauseigentümer gewirkt.
  • Der Schlossplatz: Der zuvor durch den Verkehr zweigeteilte Platz wurde vom Autoverkehr befreit und hat eine neue Raumqualität gewonnen. Mit Wasserbecken, Stahl-Holzsteg und einem modernen gläsernen Imbisswürfel hat er sich zu einem attraktiven Treffpunkt der Bürger entwickelt.
  • Die Kirchstraße: Die beabsichtigte Raumwirkung mit neuem Platzcharakter wurde durch Beseitigung der schmalen Gehwege und Einsatz von Stadtmobiliar mit optischem Bezug zu weiteren Innenstadtbereichen erreicht. Heute lädt der Raum Passanten zum Verweilen und Flanieren ein.
  • Das Rathausareal: Ein verkehrsberuhigter Platz mit zentraler Innenstadthaltestelle, Tiefgarage und der an historischen Vorbildern orientierte Wiederaufbau der Nordflügel des Rathauses bestimmen hier den Raumcharakter. Das neu eingerichtete Bürgerbüro ist ein wichtiger Anlaufpunkt.

Kennzeichen aller Platzgestaltungen ist der niveaugleiche Ausbau, ein wichtiger Schritt für die zunehmend barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes. Der Weg dorthin folgte dabei einer systematischen Reihe von Einzelschritten:

  • 1997: Markt- und Standortuntersuchung zum Einzelhandel
  • 2001: Verkehrskonzept Innenstadt
  • 2002-2003: Rahmenplan für die Innenstadt
  • ab 2005: mehrere Sanierungsgebiete
  • 2006: Städtebaulicher Wettbewerb – Umgestaltung Urteilsplatz

Wirkung und Ausblick

Die Signalwirkung erfolgreicher öffentlicher Aufwertungen initiierte zahlreiche private Folgeinvestitionen, eine Rückkehr des Wohnens in die Innenstadt und eine stärkere Belebung des Zentrums. Die Stadt wird kontinuierlich eine aktive, integrierte Innenstadtentwicklung mit ständiger Evaluation betreiben und den erfolgreichen Gestaltungsansatz weiterverfolgen.