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Grün in der Stadt

Aalen: Grünes Netz Stadtnatur - potenziaal

Nachhaltige Aufwertung des Stadtbilds durch ein grünes Netz mit hoher Aufenthaltsqualität.

Ausgangslage und Probleme

Im Jahr 1998 entwickelte die Stadt Aalen einen Landschaftsplan, auf dessen Grundlage an sich eine Bewerbung zur Landesgartenschau geplant war. Unabhängig von dieser Bewerbung, die schließlich doch nicht erfolgte, sollten die mit der Planung verbundenen Zielsetzungen – „Grünes Netz Stadtnatur“ – kontinuierlich weiter verfolgt werden.

Die Stadt Aalen liegt landschaftlich schön auf der Ostalb am Flusslauf des Kocher; die vorhandenen Grünflächen waren jedoch verinselt über das Stadtgefüge verteilt. Es fehlte an ansprechenden Verbindungen untereinander und zum Landschaftsraum der Ostalb. Die vorhandenen Wasserläufe im Stadtgebiet waren überwiegend verdolt und ließen ihren natürlichen Verlauf nicht mehr erkennen.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Die über die gesamte Stadt verteilten grünen Inseln sollten Stück für Stück zu einem „Grünen Netz Stadtnatur“ verknüpft werden und für die angrenzenden Wohnquartiere zu attraktiven Freiräumen mit Anbindung an die freie Landschaft entwickelt werden. Die Vernetzung sollte über durchgängige Fuß- und Radwege erfolgen. Wegebegleitende und ökologisch aufgewertete Wasserläufe sollten wieder erlebbar gemacht und in das grüne Netz einbezogen werden, um in der Stadt qualitativ hochwertige Bereiche für Naherholung und Naturerlebnis zu schaffen. Neue Grünflächen auf Industriebrachen und ein „Grüner Ring“ um die Innenstadt komplettierten das Konzept.

Bis heute haben insgesamt 4,5 Kilometer innerstädtische Gewässerläufe von Kocher, Hirschbach, Rombach und Aal wieder eine naturnahe Gestaltung erhalten. Begleitend zu den Renaturierungsmaßnahmen entstanden die neuen Fuß- und Radwegeverbindungen. An der Umsetzung wirken auch Schulklassen mit, so beispielsweise im Rahmen des Umweltmanagementsystems „Grüner Aal“ und der UNESCO-Initiative „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in der Stadt Aalen. Die Maßnahmen wurden teilweise im Rahmen eines Entwicklungsgebiets und mehrerer Sanierungsgebiete realisiert. Für den Aalener Stadtwald wurde ein Masterplan als Gesamtkonzept zur Freiraumsicherung und Koordination unterschiedlicher Nutzungsansprüche erstellt.

Wirkung und Ausblick

Mit dem grünen Ring um die Innenstadt entstanden grüne, durchgängige Wegeachsen entlang der Flüsse Kocher und Aal. Auch der ökologische Zustand der Gewässer verbesserte sich mit der Zeit. Der Stadt Aalen ist es gelungen, die Flüsse in die Grün- und Parkanlagen zu integrieren und attraktive Verbindungen zu den bestehenden Naherholungsgebieten herzustellen.

Infolge des progressiven und dezentralen Entwicklungskonzepts entstanden hochwertige Freiräume im gesamten Stadtgebiet. Von der Sicherung, Vernetzung und Aufwertung vorhandener Grünflächen profitiert in erster Linie die städtische Bürgerschaft, deren Lebensqualität durch die ökologische Aufwertung der Stadt nachhaltig gesteigert werden konnte.

Das Entwicklungskonzept bleibt eine Daueraufgabe, die von der Stadt Aalen kontinuierlich weitergeführt und neuen Rahmenbedingungen angepasst wird.