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Ludwigsburg: Eglosheimer Bauerngarten

Ein Bauerngarten im Stadtteil führt Kultur- und Altersgruppen zusammen.

Ausgangslage und Probleme

Im Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim befand sich in zentraler Lage eine ungenutzte Rasenfläche, die auch mittelfristig nicht überplant werden sollte. Gleichzeitig bot der Stadtteil insbesondere für Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund und benachteiligte Familien nur wenig Freizeitangebote und kaum öffentliche Treffpunkte. Die Möglichkeiten, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, sollten an dieser Stelle verbessert werden.

Der Eglosheimer Obst- und Gartenbauverein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen unter sachkundiger Anleitung einen Bauerngarten anzulegen. Das Projekt sollte Erwachsenen und Kindern die Möglichkeit bieten, heimische Nutzpflanzen kennenzulernen und gemeinsam Verantwortung für deren Gedeihen zu übernehmen. Durch das zielgerichtete Zusammenwirken sollte Gemeinschaft gestiftet und die multikulturelle Kommunikation verbessert werden.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Der Garten wurde im Jahr 2005 als Gemeinschaftsprojekt des Obst- und Gartenbauvereins in Kooperation mit Schulen, Kirchen und Vereinen auf einer unbebauten Grünfläche in Eglosheim angelegt. Zur Aussaat wurden heimische Nutzpflanzen gewählt, um die nachhaltigen gartenbaulichen Ziele zu unterstreichen. Im Laufe der Zeit wurden die traditionell mit Buchsbaum umrandeten Beete durch die Anpflanzung von Blumen und Kräutern angereichert.

Die regelmäßigen Arbeiten im Gemeinschaftsgarten finden unter der Anleitung von fachkundigem Personal statt. Pflanzungen, Pflege und Ernte von Gemüse und Obst werden professionell begleitet. Über die gartenbaulichen Aktivitäten hinaus finden im Bauerngarten Gottesdienste, Veranstaltungen und Feste statt. Sie bestärken das Gruppengefühl und verdeutlichen, dass die Arbeit der Beteiligten Resonanz und Anerkennung findet.

Wirkung und Ausblick

In die Pflege des Bauerngartens sind Bewohnerinnen und Bewohner der unterschiedlichsten Nationalitäten eingebunden. Das gegenseitige Kennenlernen stärkt das Verständnis für andere Kulturkreise. Zugleich fördert das Projekt die generationenübergreifende Kommunikation und die Identifikation mit dem Stadtteil.

Bei der Arbeit im Bauerngarten werden Jugendliche an die Natur und die Umwelt herangeführt. Der Bauerngarten steht Schulen und Kindergärten als Schaugarten zur Verfügung und erfährt fortlaufende Erweiterungen. Da der Garten sich zu einem beliebten Besucherziel entwickelt hat, wurden rollstuhlgerechte Wege angelegt und Sitzbänke bereitgestellt.