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Aalen: Leerstand überbrücken

Vielfältige temporäre Nutzungen erzeugen ein positives Image des Standortes.

Ausgangslage und Probleme

Bis zu seinem Abriss stand das von der Stadt erworbene Gebäude des ehemaligen „Café Gebhardt“ leer. Der Abriss war notwendig geworden, um die Fußgängerzone zu einem geplanten Einkaufszentrum durchbinden zu können. Ziel war, das innenstadtverträgliche Einkaufszentrum mit seinem offenen Konzept als Bestandteil des neuen Aalener Einzelhandelskonzepts zu einem Teil der Fußgängerzone zu machen.

Nach nur wenigen Wochen Leerstand hatte sich der äußere Zustand des Gebäudes merklich verschlechtert. Das Haus wurde Ziel von wilder Plakatierung und Schmierereien, und das innerstädtische Einkaufsquartier drohte, durch diesen Anblick an Qualität zu verlieren.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Der vorübergehende Leerstand sollte bis zum Abriss durch temporäre und außergewöhnliche Nutzungen überbrückt werden. Neben einem erwünschten positiven Effekt für die Innenstadt sollte auch aufgezeigt werden, wie leerstehende Gebäude auf kreative Weise vermarktet werden können.

Maßnahmen

  1. Kaufhaus auf Zeit: Im Kaufhaus auf Zeit fanden von September bis Oktober 2008 regionale Anbieter von Kunsthandwerk eine attraktive Möglichkeit, ihre Handwerksstücke zu präsentiere. Diese Nutzung war einzigartig durch die Besonderheit ihrer Anbieter, die innerstädtische Lage und ihre zeitliche Begrenzung.
  2. Märchenstube: Während der Einkaufszeit von 10 bis 11 Uhr wurden jeden ersten Samstag im Monat von Oktober 2008 bis Sommer 2009 Märchen für Kinder erzählt. Eltern konnten diese Zeit für ihren eigenen Stadtbummel oder Einkäufe nutzen. Parallel dazu wurde eine kleine Märchenbücherei eingerichtet, welche auch eine gemütliche Lesestunde vor Ort erlaubte.
  3. Stadt-Labor: Ein vielfältiges und attraktives Programm lud die Aalener Bevölkerung von Februar bis April 2009 ein, Naturwissenschaft und Technik praktisch und anschaulich zu erleben. Im Rahmen des Stadt-Labors gab es Ausstellungen, unterschiedliche Workshops für Schulklassen und sonstige interessierte Gruppen sowie Experimente zum Ausprobieren. Das Labor wurde auch zur Demonstrationen von Forschungsprojekten und Studienarbeiten und als Gesprächsort für Studenten und Dozenten genutzt.

Wirkung und Ausblick

Die drei dargestellten Maßnahmen haben aus dem verfallenden Gebäude einen viel frequentierten und beachteten Ort gemacht.

Dabei konnten nicht nur die typischen negativen Effekte eines normalen Leerstandes vermieden werden; das Vorhaben war vielmehr eine echte Stärkung und Bereicherung für die Aalener Innenstadt und ihr Einkaufsangebot.