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Althütte: Dorfladen Sechselberg

Mit privater Initiative und kommunaler Unterstützung wird die Nahversorgung eines kleinen Ortsteils gesichert.

Ausgangslage und Probleme

Nachdem aus Altersgründen der einzige örtliche Lebensmittelladen schließen musste, bestand die Infrastruktur im Ortsteil Sechselberg nur noch aus zwei Gaststätten und einem Pelzfachgeschäft. Im Jahr 2005 versuchte ein Existenzgründer, einen Lebensmittelladen im Ort anzusiedeln, doch dieser Versuch scheiterte nach wenigen Monaten. Die notwendigen Güter des täglichen Lebens mussten die über 900 Einwohner Sechselbergs nun wieder in der näheren oder weiteren Umgebung (4 bis 15 km) erwerben, was vor allem für Ältere und nicht mobile junge Familien sehr schwierig war.

Lösungsansatz und Maßnahmen

In der Gemeinde entwickelte sich aus dieser Situation heraus der Will, wieder eine Nahversorgungsmöglichkeit vor Ort zu schaffen. Im Jahr 2006 gründeten 30 Bürger zu diesem Ziel den Verein „Dorfladen Sechselberg e.V.“. Die Gemeinde stellte kostenlos Räumlichkeiten im Bürgerhaus und eine Starthilfe für deren Umbau zur Verfügung. Nachdem Ehrenamtliche den Umbau durchgeführt hatten, konnte im Mai 2006 der neue Dorfladen eröffnet werden.

Der Betreiber eines Lebensmittelmarktes in Backnang – selbst Bürger von Sechselberg -, stellte die erste Warenausstattung kommissarisch zur Verfügung und belieferte den Dorfladen auch weiter. Da die Belieferung umsatzgerecht erfolgte, wurden unnötige Vorfinanzierungs- und Lagerkosten weitgehend vermieden. Ein externer Obst- und Gemüsehändler bot seine Ware einmal in der Woche vor dem Dorfladen an. Im Dorfladen standen etwa 1.400 verschiedene Artikel aus dem Lebensmittel- und Non-Food-Bereich sowie Getränke im Sortiment. Brot und Brötchen wurden aus Teiglingen selbst gebacken.

Das Team des Dorfladens bestand aus drei Frauen, die sich 2,25 Minijobs teilten, unterstützt von sechs ehrenamtlichen Verkäuferinnen. Weitere ehrenamtliche Helfer sorgten für die Logistik. Der Dorfladen erwirtschaftete, durch den Kassierer des Vereins streng kontrolliert, die Gehälter der Minijobbediensteten, die Fixkosten und eine geringe Risikorücklage für die relativ umfangreichen Gerätschaften. Weitere Gewinne wurden nicht gemacht; die Kunden sollten günstig einkaufen können.

Wirkung und Ausblick

Der Dorfladen hatte sich zu einem Ort der Begegnung in Sechselberg gemacht und wurde von den Einwohnern, vor allem älteren Mitbürgern und jungen Müttern teils auch aus den Nachbarortsteilen, gut angenommen. Auch Sonderangebote und Veranstaltungen, wie etwa Hocketsen vor dem Dorfladen, Nikolaustage für Kinder und Weihnachtsbäckerei sowie Besichtigungen verankerten den Dorfladen in der Ortsgemeinschaft. Die wirtschaftliche Situation blieb allerdings eine Herausforderung, sodass die Genossenschaft im Herbst 2016 den Betrieb des Dorfladens einstellen musste.