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Bad Mergentheim: Stadtbuskonzept 2010

Vom Ausbau des Stadtbussystems in interkommunaler Kooperation profitieren die Einwohner und die Gäste.

Ausgangslage und Probleme

Bad Mergentheim besteht aus der Kernstadt und dreizehn Stadtteilen. Diese ehemals selbständigen Gemeinden sind bei der Gemeindereform im Jahr 1975 eingemeindet worden. Dadurch entstand ein großflächiges Gemeindegebiet von 130 km², unter dem die Erreichbarkeit des Stadtkerns litt. In der Folge war die Ortsmitte einer erheblichen Verkehrsbelastung durch den Individualverkehr aus den Stadtteilen ausgesetzt, ihre Wohn- und Aufenthaltsqualität für Anwohner und Gäste des Kur- und Tourismusorts beeinträchtigt.

Lösungsansatz und Maßnahmen

In interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Igersheim wurden im Jahr 2008 die Voraussetzungen für die Umsetzung des Stadtbuskonzepts 2010 geschaffen. Es wurden ein neues Liniennetz mit Midi-Niederflurbussen und ein verbesserter Fahrplan erarbeitet. Ziel des Stadtbuskonzeptes 2010 war es, die Stadtteile, das Kurgebiet und die Nachbargemeinde Igersheim mit der Kernstadt zu verbinden, damit Verkehr zu reduzieren, Wohnen und Aufenthalt in der Kernstadt angenehmer zu machen und den innerstädtischen Handel zu stärken.

Alle drei Linien bedienen nun den Marktplatz, an dem eine neue Haltestelle eingerichtet wurde. Das Kurgebiet war bisher nur zu einem Teil an das Stadtbussystem angebunden. Durch eine neue Querung des Kurgebiets können nun fast alle Kliniken und Einrichtungen per Bus erreicht werden. Die Gemeinde Igersheim verfügt jetzt über insgesamt vier neue Stadtbushaltestellen.

Die Stadtbuslinien sind auf die Zugfahrpläne zeitlich abgestimmt, so dass Zugreisende direkt mit dem Stadtbus in das Innenstadt- und Kurgebiet gelangen können. Die Fahrradmitnahme ist kostenlos. Nachts und am Wochenende können die Fahrgäste zum normalen Busfahrpreis auf ein Ruftaxi zurückgreifen. Für die nicht an die Stadtbuslinie angeschlossenen Stadtteile wurde das Rufbusangebot ausgeweitet, welches das Regionalbusnetz ergänzt.

Ein neuer Busbahnhof dient als Verknüpfungspunkt und in Zentrumsnähe wurde eine Tiefgarage mit 147 Plätzen gebaut. Zusätzlich wurde der öffentliche Raum in der Innenstadt teilweise neu gestaltet und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Verkehrslenkung umgesetzt; für den Schwerlastverkehr wurde eine Durchfahrtssperre verhängt.
 

Wirkung und Ausblick

Die Verkehrsbelastung der Kernstadt ist stark rückläufig, die Wohn- und Aufenthaltsqualität erheblich verbessert. Die Besucherfrequenz der auch touristisch attraktiven Stadt hat sich erhöht, sie ist nun auch für die Bürger der Nachbargemeinde gut zu erreichen. Zentrale Bereiche und Plätze der Kernstadt sind spürbar belebt; wovon auch der Einzelhandel profitiert. Das Stadtzentrum wurde gestärkt. Mit der Neugestaltung weiterer Innenstadtbereiche, städtebaulichen Wettbewerben sowie der Schaffung von Baurecht soll das Erreichte konsolidiert und ausgebaut werden.