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Starke Zentren

Eppingen: Stärkung der Innenstadt

Fehler, die zu Zeiten des autogerechten Städtebaus gemacht worden sind, wurden korrigiert, um Leben in die Innenstadt zurückzuholen.

Ausgangslage und Probleme

Wie in vielen Kommunen wurde auch in Eppingen die Innenstadt als zentraler Standort für Handel, Dienstleistung, Wohnen und Kultur in den vergangenen Jahrzehnten durch ein geändertes Mobilitäts- und Konsumverhalten geschwächt.

Das Rathaus war an den Stadtrand ausgelagert und nicht mehr im Zentrum des Gemeinwesens. Der Marktplatz, belastet durch ruhenden und fließenden Verkehr, konnte seiner Funktion als zentraler Platz des öffentlichen Lebens und als städtebauliches Bindeglied zwischen der frühmittelalterlichen Altstadt und der späteren Kernstadterweiterung nicht mehr gerecht werden.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Angesichts der sich abzeichnenden, tiefgreifenden Veränderungen in der Stadtstruktur hat die Stadt Eppingen auf der Grundlage eines intensiven bürgerschaftlichen Beteiligungsprozesses Leitlinien der Innenstadtentwicklung erarbeitet und diese 2002 als klares Bekenntnis von Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung im „Entwicklungskonzept Innenstadt“ in konkrete städtebauliche Handlungsfelder übertragen.
Ziel ist, die Innenstadt als multifunktionalen Standort für Handel, öffentliche und private Dienstleistung, Wohnen, Kultur und Tourismus zu erhalten und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Der Marktplatz wurde neu gestaltet und das Rathaus ins Zentrum zurückverlagert. Die Gestaltungskonzeption des Platzes war Gegenstand eines intensiven Partizipationsprozesses. Das historische Rathaus wird wieder in seiner ursprünglichen Funktion genutzt und wurde durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Durch private Investitionen in die Sanierung von zwei Fachwerkgebäuden und das ehemalige Diakonat werden innerstädtische Gebäude belebt, das Wohnen im Zentrum gestärkt und insgesamt eine Aufwertung der innerstädtischen Kernfunktionen erreicht.

Wirkung und Ausblick

Die Rückkehr des Rathauses ins Stadtzentrum ist Zeichen der Nähe von Bürgerschaft und Stadtverwaltung. Rathaus und Marktplatz bilden wieder eine Einheit, einen lebendigen und identifikationsstiftenden Mittelpunkt. Der Platz hat Aufenthaltsqualität gewonnen, bietet wieder Raum für öffentliches Leben und kann als Bindeglied im Stadtgefüge wirksam werden. Er genießt im Ergebnis intensiver Einbindung der Bürgerschaft in den Gestaltungsprozess hohe Akzeptanz. Die von der Stadt so genannten „Leuchtturmprojekte“ initiieren weitere private und öffentliche Folgeinvestitionen, die die Vitalisierung der Innenstadt insgesamt voranbringen.

Aus der zielgerichteten Stärkung der Innenstadt mit Schwerpunktprojekten ergeben sich Synergien für die Entwicklung der Gesamtstadt. Der Entwicklungsprozess Innenstadt wird fortgesetzt, Potenziale der Stadt dabei zielgerichtet genutzt.