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Ludwigsburg: Offensive Innenstadt - LuKi-Club

Kostenfreie Kinderbetreuung in der „Offensive Innenstadt“ Ludwigsburgs stärkt Image und Erlebnis des Zentrums.

Ausgangslage und Probleme

Ludwigsburg hat die negative Entwicklung für die Innenstadt durch großflächigen Einzelhandel auf der „grünen Wiese“ erkannt. Daher wurde das Konzept „Offensive Innenstadt“ mit mehr als hundert verschiedenen Maßnahmen vom Einzelhandel und der Stadt erarbeitet und Ende 2004 mit der Umsetzung begonnen.

Eines der identifizierten Probleme war ein fehlendes Betreuungsangebot für Kinder während des Einkaufs, des Arztbesuchs oder eines Banktermins. Ein solches Angebot besteht dagegen teilweise in Einkaufszentren außerhalb der Stadt

Lösungsansatz und Maßnahmen

Im November 2004 wurde die Betreuungseinrichtung „LuKi“ zunächst in der städtischen Kantine im Kulturzentrum eröffnet. Entsprechend dem Konzept von „LuKi“ wurden Kinder im Alter von acht Wochen bis acht Jahren rundum betreut. Erzieherinnen kümmerten sich mit Basteln, Vorlesen und Spielen aktiv um die Kinder. Die Betreuungszeit betrug bis zu zwei Stunden.

Nach dem erfolgreichen Start ist „LuKi“ in ein kommunales Gebäude direkt am Marktplatz umgezogen. Innerhalb weniger Gehminuten sind alle zentralen Innenstadtbereiche erreichbar. Aufgrund der guten Resonanz wurde das Angebot durch längere Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 10-13 Uhr und 15-18 Uhr sowie Samstag 10-14 Uhr) und Sonderöffnungszeiten bei den vielen öffentlichen Veranstaltungen in der Innenstadt wie z.B. dem Barock-Weihnachtsmarkt, noch attraktiver gestaltet. Zudem werden verschiedene Mal-, Back- und Bastelaktionen angeboten. Der Einzelhandelsverein LUIS e. V. unterstützte „LuKi“ mit individuellen Benefizaktionen (u.a. Verkauf von Umweltplaketten), um dieses sehr gut angenommene Angebot weiter zu stärken.

Wirkung und Ausblick

Neben der Erleichterung für die Eltern war „LuKi“ auch ein wichtiger Standortmarketing-Faktor für die Ludwigsburger Innenstadt: Einzelhändler, Dienstleister, Banken, Ärzte, Gastronomen etc. profitierten davon. Auch eine Imageanalyse bestätigte, dass sich die Betreuungseinrichtung als wesentliche Serviceleistung der Innenstadt erfolgreich etabliert hatte. Innenstadtakteure sowie Verwaltung und Politik unterstützten gemeinsam das Projekt. Alle Beteiligten sahen in dem Projekt auch einen Integrationsaspekt: Im „LuKi“ begegnen sich Kinder verschiedener Nationen, Schichten und Altersklassen.

Durch die Kooperation mit weiteren Kultureinrichtungen, z.B. Kunstschule, Stadtbibliothek oder Volkshochschule wurden sinnvolle Verbindungen geschaffen und genutzt. „LuKi“ spannte außerdem einen wichtigen Bogen zu vielen Innenstadtakteuren, indem die Erzieherinnen von Partnern auch für Einzelaktionen „gebucht“ wurden (z.B. für Blumenpflanzen und Kinderschminken im Blühenden Barock) oder bei Events aktiv waren.

Der bundesweite und starke Ausbau der Kindertagesbetreuung brachte aber auch für „LuKi“ das Problem eines erheblichen Personalmangels mit sich, sodass die Akteure die Einrichtung zum Jahresende 2016 leider wieder schließen mussten.