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Starke Zentren

Nagold: Erlebniskaufhaus Innenstadt

Statt Shopping in der Mall auf der grünen Wiese - das Erlebnis Innenstadt, Einkaufen und mehr.

Ausgangslage und Probleme

Die Lage Ende der 1980er Jahre war für die Stadt Nagold in vielfacher Hinsicht alarmierend: Die Zerschneidung der Innenstadt durch den Verkehr, der Verfall historisch wertvoller Bausubstanz, die Verschlechterung der innerstädtischen Wohn- und Lebensverhältnisse, die Aufgabe innerstädtischer Betriebsstandorte alteingesessener Nagolder Unternehmen, und schließlich die rückläufige Kaufkraftbindung des Nagolder Einzelhandels.

Die Innenstadt war durch mangelnde Aufenthaltsqualität für Wohnen und Einzelhandel kaum noch attraktiv. Auch auf Grund der Nähe zum Verdichtungsraum Stuttgart war um das Jahr 2000 ein zunehmender Verlust an Zentralität und in Folge Leerstände in der Innenstadt zu verzeichnen.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Mit dem Leitgedanken der „Renaissance der Zentralität“ betrieb die Stadt eine konsequente Politik der Stärkung der Innenstadt. Hierzu gehörte z.B. ein Einzelhandelskonzept, das zentrenrelevante Sortimente in den Randlagen ausschloss, oder die Konzentration öffentlicher Einrichtungen als Frequenzbringer in der Innenstadt.

Grundlage für die Neugestaltung des Stadtzentrums bildete der Bau eines Umfahrungsrings. Befreit vom Durchgangsverkehr folgte die Aufwertung des öffentlichen Raums. Architektenwettbewerbe sicherten die gestalterische Qualität. Es wurden verkehrsberuhigte Bereiche und neue Fußgängerzonen eingerichtet (Vorstadtplatz, Marktstraße), der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) neu gestaltet. Besucher der Innenstadt können nun in zentralen Parkhäusern mit guter Anbindung parken.

Lichtkonzept und Gestaltungsleitfaden für die Möblierung im öffentlichen Raum sind weitere Elemente. Als gemeinsames Entwicklungsziel für das Service- und Erlebniskaufhaus Innenstadt wurde ein selbstverpflichtendes Konzept zu Erscheinungsbild und Kundenservice ausgearbeitet, das sogenannte Nagolder City-Commitment.

Wirkung und Ausblick

Das kommunale Engagement zog eine Reihe privater Folgeinvestitionen nach sich. Ein Drogerie-Markt verdoppelte seine Einzelhandelsfläche, und in der neuen Einkaufspassage gelang es, einen Lebensmittelvollsortimenter zu etablieren. Neben dem Ausbau der eingesessenen Bekleidungsfachgeschäfte vergrößerte sich das Angebot um neue Namen. Nahezu alle Sortimente sind inzwischen im Kaufhaus Innenstadt zu finden. Der Handelsbesatz der Stadt Nagold entspricht heute dem einer 50.000-Einwohner-Stadt.

Im Jahr 2012 fand in Nagold die erste innenstadtintegrierte Landesgartenschau unter dem Motto „Grüne Urbanität“ statt. Neue Grün- und Freibereiche verbinden seitdem die Innenstadt mit der Landschaft. Brachflächen wurden reaktiviert und für hochwertigen innerstädtischen Wohnungsbau erschlossen, und die Innenstadt wurde durch weitere Baumaßnahmen gestärkt: Ein weiteres Parkhaus, Stadthalle, Gestaltung von Straßen- und Freiflächen, Wohnbauprojekte und die Ansiedlung neuer Einzelhandelsunternehmen.