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Oberderdingen: Familienzentrum

Im historischen Ortskern entstand ein Familienzentrum mit vielfältigen Angeboten als Anziehungspunkt.

Ausgangslage und Probleme

Oberderdingen ist ein Industriestandort im ländlichen Raum mit insgesamt rund 4.000 Arbeitsplätzen. Neben der eigenen Bevölkerung sind hier auch Pendler beschäftigt. Vor allem für die Kinder der auswärtigen Beschäftigten fehlte ein Betreuungsangebot am Arbeitsort. Die Schwerpunktthemen der Gemeindepolitik Oberderdingens sind die Stärkung des historischen Ortskerns und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im ländlichen Raum.

Die Grundidee lautete daher, eine zentrale Anlaufstelle für Familien mit drei Zielrichtungen zu schaffen:

  1. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  2. Informations- und Beratungsstelle für Familien
  3. Spielwelt für Kinder bis zum 12. Lebensjahr

Lösungsansatz und Maßnahmen

Im Jahr 2007 begann man mit den Planungen für ein Familienzentrum, einer Kombination aus Kindertageseinrichtung, Elterntreff und ganzjähriger Kinderspielwelt. Die Konzeption sah den Neubau eines Kinderhauses sowie die Sanierung verschiedener Nebengebäude vor, die die Kinderbetreuungsangebote, den Elterntreff, die Informationsstelle für Familien, Sprechstunden u.a. des Jugendamtes und das Familienprogramm der VHS beherbergen sollten.

Das Kinderhaus wird vom Trägerverein Schneckenhaus e.V. geführt und bietet Betreuungsplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr an. Die Gemeinde setzt dazu hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte ein. Die Gemeinde Oberderdingen hat mit verschiedenen ortsansässigen Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, so können auch auswärtige Beschäftigte das Betreuungsangebot nutzen.

Das Kinderhaus konnte im April 2009 in Betrieb genommen werden. In den oberen Geschossen der sanierten, denkmalgeschützten Scheune (Baujahr 1787) befindet sich die Kinderspielwelt, die über eine Rutsche bis in das Erdgeschoss führt. Im Gewölbekeller können Kindergeburtstage o.ä. stattfinden. Mit diesen Nutzungen bleiben die Substanz und der Charakter der Scheune erhalten.

In einem zweiten Abschnitt entstand das Technikgebäude zur Beheizung des Familienzentrums in einem Nebengebäude. Ein Stromkonzern stellte im Rahmen eines Modellprojektes hierzu eine Brennstoffzelle bereit. Die Scheune wurde in den Folgejahren Stück für Stück baulich weiterentwickelt.

Wirkung und Ausblick

Das ganzjährige Spielangebot sowie eine offene Kinder- und Jugendarbeit werden durch die Arbeiterwohlfahrt und ehrenamtlich Tätige angeboten. Die Betreuungsplätze im Kinderhaus werden stark nachgefragt, was den Bedarf an Kleinkinderbetreuung verdeutlicht.

Durch seine Lage im historischen Ortskern ist von einer Vernetzung und Wahrnehmung weiterer Dienstleistungen in der Ortsmitte durch die Kunden des Familienzentrums und damit einer Stärkung des Zentrums auszugehen. Das Familienzentrum selbst entwickelt sich zur Informationszentrale rund um das Thema Familie.