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Starke Zentren

Stuttgart-Vaihingen: Neue Mitte

Umwandlung großer innerstädtischer Brachflächen zum Raum für Einkaufen, Wohnen, Arbeiten und Kultur: Durch intensive Kooperation von privater Initiative, Stadt und Architekten konnte das Stadtteilzentrum revitalisiert werden.

Ausgangslage und Probleme

Bis Mitte der 1990er Jahre war das historische Zentrum des Stadtteils geprägt von einer baulich erdrückend dominanten Brauerei. Der große, umzäunte Industriekomplex trennte das Stadtteilzentrum faktisch in zwei Teile und ließ wenig öffentlichen Raum im Zentrum, wo es auch sonst kaum Anreize gab. Große Teile der angrenzenden Wohnbebauung wurden den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht.

Nach Betriebsaufgabe entstand die Möglichkeit, ein Stadtteilzentrum neu zu gestalten, das den Marktplatz und das historische Rathaus auf neue Weise integriert.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Auf dem Brauerei-Areal sollte mit der SchwabenGalerie ein lebendiges neues Stadtteilzentrum entstehen. Nahezu zeitgleich wurden auf dem südlich angrenzenden ehemaligen Fruchtsaftgelände zwei weitere Projekte realisiert: Das „DAIMLER-Global-Office-Center“ und das Wohnquartier „Rosenpark-Residenz“ mit über 100 Wohneinheiten. Alle drei Projekte sind stadträumlich über einen weitläufigen Grünzug miteinander verknüpft. Private und öffentliche Räume sind eng miteinander verbunden.

Die SchwabenGalerie ist durch öffentliche Plätze und Wege gegliedert und mit der Nachbarschaft verwoben. Alle Stadtbausteine, auch die Geschäfte, Büros und das Hotel sowie das neue Bürgerforum, liegen auf verschiedenen Ebenen, die der natürlichen Topografie folgen. Über Fassade und Organisation erhält jeder Baustein einen eigenen Charakter.

Das prägnante Bürgerforum mit Volkshochschule und Veranstaltungsräumen wurde vom Investor gestiftet und wird von der Stadt unterhalten. Im Mittelpunkt des neuen Zentrums steht das transparente Atrium als winterliches Gegenstück zum offenen Platz. Während der Bauphase fand eine intensive Kooperation zwischen der Stadt, dem Investor und den Architekten statt.

Wirkung und Ausblick

Die neuen öffentlich nutzbaren Flächen und Einrichtungen haben zur Belebung des Stadtteilzentrums geführt. Im Sommer sind die Plätze mit Besuchern von Restaurants, Cafés und Eisdielen gefüllt. Die SchwabenGalerie ist nicht einseitig dem Konsum gewidmet, sondern bietet als Zentrum Raum für ein demokratisches Miteinander am zentralen Treffpunkt des Stadtteils; sie ist inzwischen von großer Bedeutung für die lokale Öffentlichkeit. Das Wohnquartier im Rosenpark wertet den Stadtteil zusätzlich auf.

Die Realisierung der „Neuen Mitte Vaihingen“ hat die städtebauliche und wirtschaftliche Aufwertung des Stadtteilzentrums angestoßen. Weitere Wohn- und Gewerbeobjekte in unmittelbarer Nähe wurden und werden realisiert. Die Stadt hat das Veranstaltungs- und Kulturzentrum „Alte Kelter“ in der historischen Ortsmitte saniert und die Realisierung des Kinderspielbereichs „Keltergarten“ gefördert. Die „Neue Mitte Vaihingen“ zeigt, wie die Verbindung von städtischen Angeboten und stadträumlicher Vielfalt gelingen kann und auf die Umgebung ausstrahlt.