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Ühlingen und Grafenhausen: Schlüchttal-Schule

Drohende Schulschließungen können durch interkommunale Kooperation und flexible Konzepte verhindert werden.

Ausgangslage und Probleme

Die Schülerzahlen im ländlichen Raum werden durch die demografischen Veränderungen in den nächsten Jahren sehr stark zurückgehen und diese Entwicklung wird auch langfristig so bestehen bleiben. Das hat Auswirkungen auf die Schulsituation in den Gemeinden Ühlingen-Birkendorf und Grafenhausen. In den im ländlichen Raum gelegenen Nachbargemeinden Ühlingen-Birkendorf und Grafenhausen sollte die Schließung der selbständigen Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschulen verhindert werden.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Die beiden Gemeinden im Südschwarzwald arbeiten bereits in den Bereichen Tourismus, Abwasserreinigung und Landwirtschaft zusammen. Die Zusammenarbeit im Bildungsbereich ist die sinnvolle Fortsetzung. Ziel war der Erhalt der vorhandenen Schulstandorte. Dies wurde möglich durch die Gründung einer gemeinsamen Schule.

Die Zusammenlegung zu einer Schule mit zwei Hauptstandorten ermöglicht eine altersstufengerechte Beschulung und einen effizienten Einsatz von Lehrerdeputaten. Zudem wird die Möglichkeit in der Region gestärkt, den mittleren Schulabschluss nach dem 10. Schuljahr an der neuen Schule erwerben zu können.

Die Ortsteile mit Grundschulen der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf (Berau, Birkendorf, Untermettingen), sowie die Grundschulen der Schlüchttal-Schule (Ühlingen und Grafenhausen) beschulen die Haupt-/ Werkrealschüler zunächst am Standort Ühlingen (Klassen 5 und 6), danach am Standort Grafenhausen (Klassen 7 bis 10). Weitere Szenarien sind je nach Entwicklung der Schülerzahlen möglich.

Wirkung und Ausblick

Die Schulen der Ortsteile als wichtige Bestandteile des öffentlichen Lebens in den Ortskernen konnten erhalten bleiben. Die Schülerinnen und Schüler trugen die Idee mit und wuchsen in eine neue gemeinsame Struktur hinein. Die Aufteilung auf verschiedene Standorte wurde von den Gremien und von den Betroffenen mitgetragen. Die Umgestaltung der Schulform hat zwar zur Folge, dass einzelne Schüler eine erhöhte Beförderungszeit in Kauf nehmen müssen. Das Gesamtvolumen der Schülerbeförderung erhöht sich dadurch jedoch nicht. Der Personennahverkehr verbesserte sich in einigen Bereichen.

Die Erhaltung der wohnortsnahen Schulstandorte erfordert von der Verwaltung der neuen Schule, mehrere Gebäude als Haupt- und Außenstellen zu leiten, sowie von den an verschiedenen Standorten eingesetzten Lehrern eine erhöhte Mobilität.

Die Schlüchttal-Schule konnte in ihrer neuen Form in einigen Wettbewerben überzeugen (z.B. Durchstarter 2008 in Leipzig). Sie hat hohe Ausbildungs- und Schul-Übergangsquoten in den Abschlussjahrgängen 9 und 10. Dennoch bleibt das Erreichen der erforderlichen Mindestschülerzahl bezüglich der Werkrealschule neuen Zuschnitts in Zukunft fraglich. Die Genehmigung wird daher nur möglich sein, indem ein Zusammenschluss mit einer weiteren Nachbarschule angestrebt wird.