Initiativ

Baukultur Kraichgau

Die Architektenkammer Baden-Württemberg (Kammerbezirk Karlsruhe), das Regierungspräsidium Karlsruhe und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg starteten im März 2018 die Initiative „Baukultur Kraichgau“ mit einem regionalen Auszeichnungsverfahren. Nach der Jurysitzung am 5. Oktober ist nun die Entscheidung über die zu vergebenden Auszeichnungen gefallen.

25 Projekte aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise öffentliche Einrichtungen, Wohnen, Gewerbe oder Weinbau, werden als vorbildliche Baukultur im Kraichgau ausgezeichnet. Maßgebliche Kriterien für die Projektauswahl waren unter anderem eine zeitgemäße und funktionale Architektur unter Beachtung regionaltypischer Spezifika, eine innovative und ressourcenschonende Ausführung oder der geleistete Beitrag für das Gemeinwesen. 32 weitere Beiträge werden unter Berücksichtigung dieser Kriterien darüber hinaus als besonders gelungen gewürdigt.

Die Auswahl erfolgte im Rahmen eines zweistufigen Bewertungsverfahrens. Der erste Schritt bestand in einer Befahrung und Vorbewertung der Beiträge durch eine 20-köpfige Vorjury, besetzt mit Fachleuten, unter anderem aus Architektur und Verwaltung. Die von diesem Gremium ausgesprochenen Empfehlungen diskutierte die Hauptjury in ihrer Sitzung am 5. Oktober im Regierungspräsidium Karlsruhe. Sie war unter anderem mit Vertretern aus Architektur, Verwaltung, Tourismus, Weinbau und Handwerk besetzt.

Die Bekanntgabe und Prämierung der Preisträger wird im Rahmen einer Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe am 19. März 2019 stattfinden. In diesem Rahmen wird auch ein Baukulturführer für den Kraichgau präsentiert, in dem alle 90 Beiträge zum Auszeichnungsverfahren vorgestellt werden. Dass zeitgemäßes und qualitätsvolles Bauen ein bedeutender Faktor für die Lebensqualität und zukunftsfähige Entwicklung der Städte und Gemeinden im Kraichgau ist, wird zudem eine Wanderausstellung zeigen.

Nach dem Aufruf des Regierungspräsidiums Karlsruhe, der Architektenkammer Baden-Württemberg und des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg zur Teilnahme am Auszeichnungsverfahren „Baukultur Kraichgau“ im März dieses Jahres, wurden so beispielgebende Gebäude und Planungen in den Gemeinden aufgespürt, die den Blick einer breiten Öffentlichkeit auf ortstypische Bautraditionen lenken und Wege einer zeitgemäßen Interpretation und Fortführung zeigen.

Der Kraichgau ist durch historisch bedeutsame, gewachsene Ortsbilder mit einem vielgestaltigen Gebäudebestand in einer besonders durch den Weinbau geformten Kulturlandschaft geprägt. Eine die lokaltypischen Werte in den Gemeinden und Kulturlandschaften der Region erhaltende und entwickelnde, wertschöpfende Planungs- und Baukultur leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass der Kraichgau als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv und erfolgreich ist.

Den Auftakt zu Baukultur Kraichgau bildete eine Informationsveranstaltung am 22. Februar 2018 in Oberderdingen, zu der kommunale und regionale Verantwortungsträger, Planer aller Fachrichtungen, sowie Vertreter von Wirtschaft, Tourismus und Verwaltung zusammenkamen. Mitte März erfolgte der Aufruf, Projekte und Planungen einzureichen. Teilnahmeberechtigt waren Kommunen, private und öffentliche Bauherren sowie Architekten und Ingenieure, Innenarchitekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten aus den Jahren 2008-2018 innerhalb einer Gebietskulisse von 40 Gemeinden in den Landkreisen Karlsruhe, Enz und Rhein-Neckar.

Weitere Informationen zur „Baukultur Kraichgau“ sind auf der Internetseite der Architektenkammer Baden-Württemberg zu finden.