Initiativen

Mittendrin ist Leben 2013: Grün

Nagold: Baubotanik

Besondere Orte in der Stadt – durch Baubotanik und „Grüne Urbanität“.

Ausgangslage und Probleme

Mit der Landesgartenschau 2012 entstanden in der Stadt Nagold integrierte neue Grünanlagen und attraktive Aufenthaltsbereiche. Es galt, für das Leitbild „Grüne Urbanität“ der Landesgartenschau besondere Projekte zu finden, die das städtebauliche Konzept gut verkörpern und emotional transportieren können.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Den Gegensatz von Stadt und Landschaft zu überwinden, war der Ansatz des Konzepts der „Grünen Urbanität“. Dass der Mensch mit seinen künstlichen Schöpfungen (Stadt und Kulturlandschaft) selbst Teil der Natur ist, sollte künstlerisch, architektonisch und auch städtebaulich deutlich werden.

Durch Projekte der Baubotanik wollten die Veranstalter den Gegensatz von gebauter Stadt und gewachsener Landschaft überwinden. Lebende Pflanzen sollten zu konstruktiven Bauelementen verwachsen und zur Ausformung einer Gebäudearchitektur beitragen. Das Zusammenspiel von künstlerischen, architektonischen und städtebaulichen Qualitäten sollte die Verbindung zwischen Mensch und Natur sichtbar und erlebbar machen.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit den Landeskirchen wurde so beispielsweise die „Wachsende Kirche“ entwickelt. Inmitten eines Baumkreises entstand eine Kapelle, der die Pflanzen eine wetterschützende Überdachung und eine auffällige Außenfassade geben. „Schwimmende Weidenskulpturen“ liefern einen künstlerischen Beitrag zur Gartenschau. Bereits in den Jahren vor der Gartenschau wurden Weidenskulpturen innerhalb der Bürgerschaft experimentell errichtet und sind nun als echtes Bürgerprojekt Teil der Gartenschau.

Der „Platanenkubus“ steht inmitten einer Reihe von Stadthäusern. Während diese steinernen Häuser in einem grünen Garten stehen, ist es beim Platanenkubus genau umgekehrt: Das Bauwerk selbst ist die Pflanze, die aus einer steinernen Fläche emporwächst. Der „Platanenkubus“ ist bis heute das größte baubotanische Gebäude. Die Pflanzen wachsen aus stählernen Konstruktionselementen und verwachsen miteinander. Die etwa tausend Platanen bilden einen Innenraum, der an eine Baumkrone erinnert. Die Stahlkonstruktion kann nach einigen Jahren entfernt werden, da dann die Pflanzen die Statik des Gebäudes übernehmen.

Wirkung und Ausblick

Die Projekte bilden innerhalb der Stadt „besondere Orte“, sie sind unverwechselbar und bieten ein hohes Maß an Identifikationsmöglichkeit. Besonders die „Wachsende Kirche“ bietet neben ihrer kontemplativen Atmosphäre auch Inspiration für ein gutes Miteinander. Menschen in ihrem Kreis kommen wie von selbst ins Gespräch.

Die positive emotionale Wirkung der baubotanischen Strukturen ist überraschend und eine besondere Erfahrung. Das Thema bleibt in Nagold lebendig, Folgeprojekte werden geprüft. Die Stadt fördert und initialisiert zudem Fassadenbegrünungen.