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Weissach-Flacht: Fassadengrün am Gewerbebau

Grünes Fassadenelement schafft ganzjährig einen optischen Akzent im Gewerbegebiet und trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei.

Ausgangslage und Probleme

Das Gebäude eines Garten- und Landschaftsbauers befindet sich in einem Gewerbegebiet zwischen vielbefahrener Kreisstraße und landwirtschaftlichen Ackerflächen. Die schlichte Hallenwand war nicht geeignet, das Thema des ansässigen Gewerbes zu repräsentieren. Eine besondere Gestaltung der Fassade sollte für einen optischen Akzent sorgen.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Die fensterlose, holzverkleidete Wand sollte durch eine vertikale Begrünung über die gesamte Gebäudehöhe optisch aufgelockert werden, die extensive Begrünung des Daches sich auch auf der Fassade wiederfinden. Die Pflanzen sollten dazu beitragen, den durch Straßenverkehr verursachten Schmutz und Feinstaub zu binden.

Die Begrünung der Fassade erfolgte an der nordöstlichen Gebäudeecke. Zur Vorbeugung gegen eine Schädigung der Holzfassade wurde die Bepflanzung durch Aluminiumplatten von der Wand entkoppelt. Auch die Dämmungsebene der Wand wurde nicht unterbrochen. Für die Wasserzufuhr wurde eine Bewässerungsanlage installiert, die den Unterhaltungsaufwand gering halten soll. Eine Zisterne sammelt überschüssiges Wasser und speist die Bewässerungsanlage. Unter Düngemittelzugabe erfolgt eine Tröpfchenbewässerung.

Um einen ganzjährigen Bewuchs zu erreichen, wurden Teile der Bepflanzung in wintergrünen Stauden ausgeführt. Grundsätzlich wurden einheimische Stauden eingesetzt, die mit unterschiedlichen Blühzeiträumen und vielfältigen Blühfarben zu jeder Jahreszeit eine möglichst große Abwechslung erzeugen.

Wirkung und Ausblick

Die Vertikalbegrünung ist ein auffälliges Gestaltungselement mit ökologischem Mehrwert im heterogenen Gewerbeumfeld. Der innovative Ansatz und der geringe Pflegeaufwand sind beispielgebend. Die Filterung von Schadstoffen wird von der extensiv bepflanzten Dachebene auf die Fassade erweitert, wenngleich zunächst nur in untergeordneter Dimension. Damit gibt die Installation ein Beispiel für noch wenig genutzte Potenziale zur Verbesserung der Luftqualität im urbanen Raum.

Das Grünelement lockert die fensterlose Holzfassade des Hallengebäudes auf und setzt einen besonderen Akzent. Je nach Jahreszeit erzeugt die Begrünung ein neues Erscheinungsbild. Die Intensität des Bewuchses wechselt ebenso wie ihre Farbenvielfalt. Bewässerungstechnik und Nutzung von gespeichertem Niederschlagswasser kommen der Zielsetzung, den Pflegeaufwand gering zu halten, entgegen. Die Bepflanzung erleidet über das Jahr kaum Schäden, sodass lediglich verblühtes Schnittgut entfernt und stark wachsende Pflanzen gekürzt werden müssen.

Die Vertikalbegrünung hat sich über den gesamten Zeitraum des Jahres bewährt. Wenn durch den geringen Pflegeaufwand nur geringe Unterhaltungskosten entstehen, könnte das bepflanzte Element allgemein zur Gestaltung von Fassaden eingesetzt werden und insbesondere einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten.