Städtebau

Stadtlandschaft

Pforzheim: Stadtökologische Rundgänge

Nach dem Prinzip „Man schützt nur, was man kennt!“ bietet die Stadt Pforzheim Rundgänge und Wanderführer an, die ökologisch bedeutende und bemerkenswerte Stellen der Stadtteile vorstellen. Sie schließen sich an die traditionellen Umweltwanderungen der Bevölkerung an und verknüpfen auf erfahrbare Weise städtische Kultur und Geschichte mit der heimischen Natur.

Anlässlich des Europäischen Naturschutzjahres 1995 wurde die erste Broschüre zu den Stadtteilen Rodgebiet und Dillweißenstein aufgelegt und am Tag der Umwelt 1995 verteilt. Mehr als 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger erkundeten auf diese Weise altbekannte Teile ihrer Siedlung mit neuem Blick. Die Veranstaltung sollte der Auftakt einer regelmäßigen Reihe sein, die in mittlerweile acht Rundgängen zu je etwa 10 Kilometern Länge durch das Stadtgebiet, die Ortsteile, die Gärten und städtischen Naturflächen führt und Wissenswertes zu Natur, Kultur und Geschichte vermittelt.

Jeder Rundgang, der in einem „Wanderführer im Westentaschengebiet“ vorgestellt wird, beinhaltet etwa 15 Stationen zu einem bestimmten, ökologisch relevanten Thema. Während der Rundweg durch die dörflich geprägten Ortsteil Huchenfeld und Hohenwart beispielsweise Äcker, Wiesen, Weiden und Streuobstbestände als lebendige Zeugnisse kleinbäuerlicher Landwirtschaft in den Blick nimmt, befasst man sich im Enzauenpark mit der Trinkwasser- und Energiegewinnung am Fluss. Ausführliche Wegbeschreibung im Text ermöglicht ein leichtes Auffinden der Stationen, und Literaturhinweise und Adressen sowie praktische Hilfestellungen für den eigenen Garten ermöglichen eine vertiefte Beschäftigung mit den Themen. Die Broschüren sind gegen einen Unkostenbeitrag beim Amt für Umweltschutz und im örtlichen Buchhandel erhältlich.

Die Rundgänge und Wanderführer sind in das Projekt "Pforzheim, natürlich" eingebettet, das darüber hinaus auch Begehungen mit Schulklassen, Naturerfahrungsprojekte mit Kindern, Seniorenwanderungen und Führungen für Touristengruppen veranstaltet. Auch konkrete Beratungsarbeit ist Teil des Angebots. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ein Bewusstsein für die eigene Lebenswelt zu entwickeln, in der Stadt und Natur über die Jahrzehnte und Jahrhunderte eine Verbindung eingegangen sind.