Städtebau

Stadtlandschaft

Tuttlingen: Natur in Stadt und Land

Als Alternative zu den finanziell und organisatorisch anspruchsvollen Landesgartenschauen fördert Baden-Württemberg seit 1996 im Rahmen des Programms „Natur in Stadt und Land“ auch Gartenschauen in kleineren Kommunen. Die Stadt Tuttlingen nutzte die Gelegenheit, um ihre kleinen und isolierten Grünanlagen durch den Ausbau des „Donauparks“ zusammenzubinden.

Ähnlich wie bei den Landesgartenschauen, die auch keine reinen Blumenschauen sein sollen, dienen die Grünprojekte im Landesprogramm NSL vor allem der Schaffung neuer, dauerhafter Grünzonen im Siedlungsbereich. Als Bestandteil freiraumplanerischer Gesamtkonzepte sollen diese auch in Mittel- und Kleinstädten den Bürgern städtebaulich integrierte Naherholungsbiete zur Verfügung stellen.

Bevor sich Tuttlingen um die Aufnahme in das Landesprogramm bewarb, waren die einzelnen Grünbereiche der Stadtlagen isoliert. Die einzig nennenswerte Parkanlage im Zentrum der Stadt war der 7 Hektar große Stadtgarten, der Ende des 19. Jahrhunderts infolge der Verlegung des Donauflussbetts angelegt worden war, den Anforderungen einer wachsenden und aktiven Bevölkerung in der Zwischenzeit aber nicht mehr gerecht werden konnte.

Die neuen Grünprojekte umfassten im Wesentlichen die Renaturierung der Donau und die Ergänzung des gegenüber dem Stadtgarten liegenden Donauparks. Der so entstandene „Landschaftspark Donauaue“ durchzieht die gesamte Kernstadt und bindet auch kleinere entlang der Donau verstreute Grünanlagen ein. Sportflächen, darunter ein Skatepark und eine Minigolfanlage, gastronomische Angebote und das benachbarte Thermalbad machen den Donaupark, der über einen Steg mit dem Stadtgarten und der Innenstadt verbunden ist, zu einem beliebten Treffpunkt im Herzen der Stadt.

Das Projekt „Natur in Stadt und Land“ konnte in Tuttlingen wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität, Ausweitung der Naherholungsmöglichkeiten und Aufwertung der ökologischen Qualität der Freiflächen beigetragen. Auch das Stadtklima und der Hoch- und Grundwasserschutz profitieren in hohem Maße von der Neugestaltung des Donauparks, der im Rahmen eines großen Gartenfestes namens „Trilogie 2003“ feierlich der Bevölkerung übergeben wurde.