Städtebau

Stärkung der Zentren

Asperg: Neue Mitte

Die Stadt Asperg hat ihre historische Mitte zu einem attraktiven Ortszentrum entwickelt und arbeitet an weiteren Perspektiven.

Die städtebaulichen Missstände in der historischen Mitte Aspergs waren unübersehbar. Die Strohgäustadt am Fuß des Hohenaspergs war lange Zeit arm an öffentlichen Plätzen und litt unter einer Verkehrsbelastung von 20.000 Fahrzeugen am Tag. Zudem liegt der Ortskern etwa einen Kilometer entfernt vom Bahnhof, in dessen Richtung sich die Bahnhofstraße zieht. Um diese Straße, die in ihrer Länge der Stuttgarter Haupteinkaufsachse Königstraße entspricht, als durchgängige Einkaufsstraße zu entwickeln und gleichzeitig eine funktionierende Stadtmitte zu gestalten, reichte das Potenzial der 13.000-Einwohner-Stadt nicht aus.

Die Stadt entschloss sich, einen neuen Marktplatz als zentralen öffentlichen Aufenthaltsbereich in der Stadtmitte zu entwickeln. Als Resultat aus einer Mehrfachbeauftragung zur Gestaltung einer "Neuen Mitte" wurde der durch kleinteilige Verkehrsflächen zerklüftete Ortskern aufgewertet und rund um das Rathaus einladende öffentliche Flächen geschaffen. Sie werden abgerundet durch die Errichtung zweier neuer Geschäftshäuser, die Wohnungen, Büros, Praxen, Einzelhandel, Tagespflege, Stadtbücherei, Mehrzwecksaal sowie eine Tiefgarage mit 88 öffentlichen Stellplätzen beherbergen. Eine neue Seniorenwohnanlage ergänzt das Angebot zusätzlich.

Die Voraussetzung für die Entwicklung dieser neuen Platzfläche war die teilweise Verlagerung der Markgröninger Straße, was zugleich auch die Aufenthaltsqualität entlang des neuen Straßenverlaufs erhöhte. Dort prägen nun breite Fußgängerbereiche und neu gepflanzte Bäume das Bild. Heute präsentiert sich die „Neue Mitte“ mit einem attraktiven neuen Marktplatz und städtischen Treffpunkt, der das freistehende Rathaus einfasst und von allen Seiten zugänglich ist.

Asperg zeigt eindrücklich, dass auch kleinere Kommunen die Möglichkeit haben, historisch gewachsenen Missständen in ihren Ortskernen zu begegnen. Zehn Jahre nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2007 plant die Stadt eine Erweiterung der Neuen Mitte nach Osten, die sich an denselben Gestaltungsmaßstäben orientiert. Im Jahr 2016 wurde hierzu eine Verkehrsuntersuchung vorgestellt.

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