Initiativen

Bauen und Wohnen im Bestand

Boxberg: Wohnen in der Zehntscheune

Durch behutsames Vorgehen wurde ehemals landwirtschaftlich genutztes Gebäudes an exponierter Stelle erfolgreich zu Wohnzwecken umgebaut, ohne den Charakter des Gebäudes grundlegend zu verändern und das baukulturelle Erbe des Ortes zu beschädigen.
 

Zusammenfassung

Die zum Teil als Kulturdenkmal bestehende ehemalige Zehntscheune befindet sich im Zentrum von Boxberg, mit direkter Lage an der Stadtmauer und in unmittelbarer Nachbarschaft zur katholischen Kirche. Bei den Umbaumaßnahmen wurde darauf geachtet, dass der Charakter und die Materialität des Gebäudes nicht verändert wurden und es weiterhin als Teil des Ensembles im dörflichen Kontext wahrgenommen werden kann. Daneben wurde großer Wert auf eine zeitgemäße Gestaltung der Innenräume gelegt.

Massnahmen

Für die neue Nutzung der ehemaligen Scheune als Wohnung war eine gute Belichtung der Innenräume sicherzustellen. Dazu wurden die Öffnungen der ehemaligen Scheunentore mit Verglasungen versehen, durch die nun reichlich Licht ins Innere fällt. Die Belichtung des Gebäudes erfolgt darüber hinaus über vorher bereits vorhandene Fensteröffnungen und über Öffnungen in den Dachflächen. Auf diese Weise konnte die ehemalige Stadtmauer unangetastet bleiben. Sie ist weiterhin von außen und im Gebäudeinneren als geschlossene Mauer wahrnehmbar.

Die ehemals mit rostigem Blech verkleidete obere Giebelwand, die im 19. Jahrhundert gekürzt wurde, um den Glockenturm der Kirche zu errichten, wurde durch eine neue Holzkonstruktion ersetzt und mit Holz verschalt, damit auch hier der Scheunencharakter gewahrt wird. Die in dieser Wand eingebauten Fenster sind mit Klappläden versehen worden, die mit dem gleichen Material wie die Fassade bekleidet wurden. Da die Klappläden im geschlossenen Zustand bündig zur Fassade liegen, ergibt sich der Eindruck einer fensterlosen Außenwand.

Sämtliche Außenwände – mit Ausnahme der fast einen Meter dicken Stadtmauer – wurden innenseitig durch Anbringen einer Holzkonstruktion als Vorsatzschale gedämmt. Dachsparren wurden aufgedoppelt und die Sparrenzwischenräume mit Wärmedämmung versehen. Als Dämmstoff kam jeweils Zellulose zum Einsatz. Die komplette Dachfläche wurde außenseitig mit Holzweichfaserplatte gedämmt. Zur Gebäudeheizung wurden ein Holzkaminofen und eine Zentralheizung, die mit einem Gasbrennwertgerät betrieben wird, installiert.