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Esslingen: Stadtteilzentrum Pliensauvorstadt

Aus einer unansehnlichen und störenden Gewerbebrache entwickelte sich die neue soziale Mitte der Pliensauvorstadt.

Ausgangslage und Probleme

Am östlichen Stadtteileingang der Pliensauvorstadt gaben Anfang der 1990er Jahre zwei Firmen ihre Fertigung auf, rund zwei Drittel des gewerblich genutzten Quartiers fielen brach. Die Stadtteilbewohner erlebten die Gewerbebrache als „Schandfleck“, der die Gesamtentwicklung der Pliensauvorstadt beeinträchtigte. Eine mit den Bewohnern durchgeführte Zukunftswerkstatt zeigte Lücken in der sozialen Infrastruktur auf und kritisierte, dass Angebote zur Begegnung zwischen den Generationen und Kulturen gänzlich fehlten.

Lösungsansatz und Maßnahmen

Es sollte eine neue soziale Mitte der Begegnung von Generationen und Kulturen entwickelt werden, neue Infrastruktur das Gebiet zu einer echten Stadtteilmitte qualifizieren. Integrale Bestandteile des Handlungsansatzes waren eine intensive Bürgerbeteiligung sowie eine enge Kooperation zwischen allen Projektbeteiligten.

Eine große Fabrikhalle wurde von der Stadt erworben und in ein Bürgerhaus und eine Kindertagesstätte umgenutzt. Angrenzend wurden ein Altenpflegeheim sowie betreute Wohnungen für Senioren neu errichtet. Der öffentliche Stadtteilplatz in der Quartiersmitte ist von drei Seiten aus zugänglich, die Granitskulptur „Neckarwellen“ lädt alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pliensauvorstadt zum Verweilen, Spielen und Bewegen ein. Zudem sind in Neubauten Mietwohnungen, Ladenflächen und Praxen entstanden.

Alle Einrichtungen sind offen und leicht zu erreichen. Durch die Nähe der Einrichtungen zueinander ist eine enge Zusammenarbeit möglich. So können das Bürgerhaus und das Café des Altenpflegeheims, die baulich miteinander verbunden sind, direkt kooperieren. Das Pflegeheim bietet als unmittelbarer Nachbar zum Betreuten Wohnen für Senioren Versorgungsleistungen an. Es findet ein reger Austausch an gegenseitigen Besuchen und Informationen statt.

Wirkung und Ausblick

Die teilweise erhaltende, teils moderne, an die Umgebungsbebauung angepasste und offene Architektur unterstützt Identifikation und Begegnung. Große Verglasungen zeigen, was in den Einrichtungen vor sich geht und erhöhen durch die nächtliche Beleuchtung das Sicherheitsgefühl. Die Einrichtungen werden in der Öffentlichkeit erlebbar, indem sie den geschützten, aber für alle zugänglichen Stadtteilplatz in ihre Angebote integrieren.

Eine Kette privater Investitionen wurde ausgelöst. Die Aufwertung des Zentrums stärkt auch den Erhalt der Lebensmittelversorgung im Stadtteil. Das altersübergreifende Gesamtkonzept erfuhr eine Würdigung durch die Förderung des Bürgerhauses als Mehrgenerationenhaus. Aus einem Mischgebiet entstand das Stadtteilzentrum als neue soziale Mitte. Die in enger Abstimmung mit allen Beteiligten bedarfsgerecht realisierten Projekte und das starke Bürgerengagement sichern langfristig die Akzeptanz des Quartiers.