Stadtlandschaft Kirchheim an der Teck: Ortsmitte Jesingen mit Lindachufer
Das Ortsbild des ehemaligen Straßendorfes Jesingen war lange Zeit geprägt von der stark befahrenen L 1200. Unter der hohen Verkehrsbelastung litten vor allem das Wohnumfeld und die Aufenthaltsqualität der historischen Ortsmitte. Abhilfe wurde durch zwei Maßnahmen geschaffen: eine grundsätzliche Neuordnung des Straßenraums und die Aufwertung der einbetonierten Lindach.
Der Bereich um das frühere Rathaus und die Petruskirche wurden als Kern der Umgestaltung ausgemacht. Er sollte vom starken Verkehr entlastet und als historische Mitte der Gemeinde in Szene gesetzt werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie war dabei die Lindach als naturräumliches Element, für das überhaupt erst ein Uferbereich angelegt werden musste. Durch den Rückbau der einzwängenden Betonmauern und den Bau von Terrassen und eines Uferweges wurde sie wieder ins Ortsbild zurückgeholt und erlebbar gemacht. Die Barrierewirkung des Flusses, der das Siedlungsgebietes der Länge nach durchfließt, wurde durch den Bau mehrerer Fußgängerquerungen abgemildert.
Die so geschaffenen Grün- und Naturflächen federn die dominante Wirkung der Verkehrsflächen bereits spürbar ab. Die Neuordnung der großzügig dimensionierten Verkehrsflächen musste aber auch deren Reduktion bedeuten, was auf teils erheblichen Widerstand stieß. Erst durch die Verlagerung von Fußwegen und Bushaltestellen, den Verzicht auf Abbiegespuren und den Rückbau der einmündenden Kirchstraße konnte Raum für die wieder zugänglich gemachte Lindach und einen verkehrsarmen Platz vor der Petruskirche geschaffen werden.