Hartmann Baumann Schule in Hockenheim
Aus der Jury: „Je länger man hinsieht, umso offensichtlicher wird es, dass es sich um ein wirklich sehr klug gemachtes Projekt handelt.“
nominiert in der Sparte Bauen für Bildung und Forschung
Die mitten in Hockenheim liegende Hartmann-Baumann-Schule, ein Betonbau aus den 1960er Jahren, wurde gelungen saniert und ergänzt. Anlass bot die Erweiterung von zwei auf drei Züge und die Erfordernisse einer modernen Grundschule mit den damit verbundenen pädagogischen Rahmenbedingungen. Es entstand ein dreigeschossiger Klassenneubau sowie eine zentrale, glasüberdeckte und lichtdurchflutete Halle, die eine Verbindung von Alt und Neu schafft. Hierdurch konnte eine zweiseitige Belichtung für Anbau und die innenliegenden Klassen sowie die Möglichkeit der Querlüftung über die Thermik der Halle geschaffen werden. An den Stirnseiten wurden Küche, Musikraum und Multifunktionsraum angeordnet und auf dem Neubau eine Dachterrasse umgesetzt. Im Bestand wurden die Rippendecken der Betonkonstruktion aufgearbeitet und die ursprüngliche Haptik wiederhergestellt. Insgesamt konnte ein Low-Tech-Infrastrukturkonzept mithilfe von Verzicht auf eine Lüftungsanlage, durch Anschluss an Nahwärme, Nutzung des extensiv begrünten Dachs durch Photovoltaik sowie die hochwertige Dämmung aller Außenbauteile realisiert werden. Der Pausen- und Freibereich dient im Rahmen des Hochwasserschutzes auch als innerstädtischer Naturraum. Das Projekt zeigt beispielhaft, dass der Erhalt und Weiterbau der meist ungeliebten Betonschulen der 1960er Jahre durchaus möglich ist, einen großen Mehrwert bieten kann und ein schonungsloser Abriss folglich nicht vorprogrammiert sein muss.