Kulturbahnhof in Aalen
Aus der Jury: „Die Stadt Aalen hat einen wichtigen baukulturellen Beitrag für eine wiederkehrende Aufgabe geleistet – die Umnutzung von Bahnhofsgebäuden und die Zwiesprache von Alt und Neu.“
nominiert in der Sparte Bauen für die Gemeinschaft
Aus einer Brandruine eines ehemaligen Bahnhofs in dem gemischt genutzten Stadtteil „Stadtoval“ wurde ein neues Kulturzentrum für die Stadt Aalen. Ziel war es dabei, vorhandene Institutionen und Nutzungen zusammenzulegen, Synergien zu fördern und Ressourcen zu optimieren. Die historischen Gebäudefragmente und die in weiten Teilen zerstörte Fassade dienten als Hülle für das neue Gebäude. Die Sandsteinfassade wurde, wo es möglich war, restauriert und ansonsten teilweise stilisiert in eingefärbtem Sichtbeton ersetzt oder von Steinmetzen ergänzt und repariert. Glattere Oberflächen bei neuen Sandsteinen wurden bewusst sichtbar belassen. Zum Erfolg dieses Vorhabens tragen neben der gestalterischen Qualität vor allem die vielfältigen öffentlichen Nutzungen bei. Im Kulturbahnhof begegnen sich das Theater der Stadt Aalen und die Musikschule, ein Kulturverein und das Kino. Alle Nutzungen werden von einem großzügigen Foyer aus erschlossen. Die Gastronomie belebt nicht nur den Kulturbahnhof, sondern strahlt auch in den Stadtteil aus. Der Längsgiebel wurde durch einen, mit gefaltetem halbtransparentem Lochblech verkleideten Quader ersetzt. Darin befindet sich ein zweigeschossiger Neubau für die Musikschule, die Theaterwerkstätten und Verwaltungsräume. Der Kulturbahnhof zeichnet sich durch seine mutige Herangehensweise aus, sich dem Erhalt der Brandruine zu stellen sowie durch das Konzept des Weiterbauens, um die anspruchsvollen Nutzungen zusammenzubringen.