„Romeo" und „Julia", Stuttgart Denkmalgeschützte Hochhäuser von Hans Scharoun
Was macht die 70 Jahre alten Hochhäuser Romeo und Julia bis heute für BewohnerInnen und Fachleute so besonders?
Aktionstag „Lange Tafeln der Baukultur" – Romeo und Julia, Stuttgart.
Veranstalter: DASL (Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung), Landesgruppe BW
Bericht von Petra Menzel für die Landesgruppe:
"Die Landesgruppe Baden-Württemberg der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) hat am 19. Juni 2026 von 15:30 bis 19:30 Uhr eine „Lange Tafel der Baukultur“ zwischen den Hochhäusern "Romeo" und "Julia" von Hans Scharoun in Stuttgart-Rot veranstaltet. Trotz sengender Hitze kamen ca. 50 Personen Bewohner, Kommunalpolitik, Stadtverwaltung, Interessierte aus dem Stadtteil und aus dem Stadtgebiet sowie Fachleute aus Architektur und Städtebau.
Für die breite Mischung der Gäste ausschlaggebend war neben Plakaten in der Umgebung und Wurfsendungen in den beiden Gebäuden eine Pressenotiz in der Stuttgarter Zeitung am 17.06.2026 (Was macht die 70 Jahre alten Hochhäuser Romeo und Julia bis heute für BewohnerInnen und Fachleute so besonders? Das kann man bei einer Langen Tafel zum Tag der Baukultur erfahren.). Die Stuttgarter Zeitung war am 19.6.2026 auch durch eine Journalistin vor Ort vertreten, ihr Bericht erschien am 14.07.2026.
Der Vortrag von Professor Tilman Harlander „Romeo und Julia – ein visionäres Projekt im Stuttgarter Norden“ mit anschließender Fragerunde fand große Aufmerksamkeit und eine sehr positive Resonanz. Er zeichnete die Entstehungsgeschichte der Gebäude, ihre Bedeutung für den 1951 erstmals ermöglichten Bau von Eigentumswohnungen und ihren Stellenwert für die Entwicklung weiterer epochaler Wohngebäude Scharouns in der Region Stuttgart nach. Der Bezug zur gegenwärtigen Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum auf knappen Flächen zu realisieren, wurde deutlich. Die Sorgfalt, die Scharoun auf seine Grundrissentwürfe verwandt hat, ist Grund für deren Wert bis heute. Ihre Flexibilität, das Raum- und Lichterlebnis machen die Wohnungsgrundrisse auch nach Meinung der Bewohner so besonders.
Die an Wäscheleinen zwischen den Bäumen aufgehängten Fotos aus den Gebäuden, von Nebenflächen und Freibereichen mit dazwischen platzierten Quiz-Fragen regten zu spontanen Gesprächen an, und an den beiden langen Tischen und in der Grünanlage gab es interessante Begegnungen. Ein Zeitzeuge (Jahrgang 1946) ist Hans Scharoun aufgrund einer Familienfreundschaft während der Bauzeit und danach immer wieder persönlich begegnet und hat seine Erinnerungen geteilt. Insgesamt herrschte eine sehr aufgeschlossenen und gute Gesprächsatmosphäre. Von vielen Seiten gab es Lob, Dank und den Wunsch, im Austausch zu bleiben.
Die Rundgänge durch die zum Ensemble gehörenden Außenanlagen fanden großen Anklang und waren für die „auswärtigen“ Gäste sehr erhellend. Die besonderen Qualitäten der beiden Häuser als Gesamtanlage und im Detail beeindruckten. Die Dimension der Aufgabe, diese Ikonen der Wiederaufbauzeit und ihre visionäre Baukultur in eine gute Zukunft zu führen, wurde deutlich.
Die Durchführung der „Langen Tafel“ war nur Dank tatkräftiger Mithilfe von Bewohnerinnen und Bewohnern aus „Romeo“ und „Julia“ möglich, die bei dieser Gelegenheit ihre neu gegründete Nachbarschaftsinitiative vorstellten. Die Wertschätzung der Gebäude zu verbessern ist ihnen wie der DASL ein Anliegen. Die am 19. Juni 2026 an der „Langen Tafel“ geknüpften Kontakte waren dazu ein gelungener Beitrag und guter Auftakt."